Ein Modell, keine Tabelle
Jede Bandbreite entsteht aus demselben Modell: Referenzmultiple mal DACH-Discount, skaliert auf die Größenklasse. Keine Zahl ist aus einer fremden Tabelle übernommen.
01 PrinzipMethodik
Fünf Schritte führen vom Marktniveau börsennotierter Unternehmen zu einer indikativen Eigenkapitalwert-Spanne für den Mittelstand. Jeder Schritt hat eine definierte Aufgabe, und keine veröffentlichte Bandbreite stammt aus einer kopierten Tabelle.
Die Herleitung
Vom Referenzmultiple zur indikativen Eigenkapitalwert-Spanne: die Herleitung in der Reihenfolge, in der gerechnet wird.
Ausgangspunkt ist der Referenzmultiple: das EV/EBITDA-Niveau börsennotierter Unternehmen je Branche in Europa, jährlich frei veröffentlicht von Aswath Damodaran (NYU Stern). Dieser gemeinsame Maßstab hält die Branchen zueinander konsistent und trägt auch dort, wo einzelne Segmente dünner belegt sind. Der Referenzmultiple ist ein Ausgangspunkt der Herleitung, kein Urteil über das einzelne Unternehmen.
Unternehmensanteile mittelständischer Unternehmen sind nicht so frei handelbar wie die börsennotierter Konzerne und werden deshalb mit einem Abschlag gehandelt. Dieser Abschlag, branchenspezifisch und empirisch hergeleitet, wird als eigener Faktor geführt: der DACH-Discount. Referenzmultiple mal DACH-Discount ergibt die Ausgangsbandbreite für den Mittelstand.
Ein Größenfaktor skaliert die Bandbreite auf die Größenklasse des Unternehmens. Die Größe wird dabei genau einmal berücksichtigt. Innerhalb der Spanne bestimmen danach drei Faktoren die Position: der EBITDA-Trend, die Inhaberabhängigkeit und der Anteil wiederkehrender Umsätze. Ihre Wirkungen werden multiplikativ verknüpft und insgesamt begrenzt, damit kein Einzelfaktor die Spanne dominiert.
Gerechnet wird primär mit dem EBITDA-Multiplikator. Der Umsatz-Multiplikator läuft als Plausibilitätscheck mit. Das Ergebnis ist eine indikative Spanne, kein einzelner Wert, der eine Genauigkeit behaupten würde, die es schlicht nicht gibt. Wo die Datengrundlage einer Branche dünner ist, fällt die Spanne breiter aus und wird nicht künstlich verengt.
Der letzte Schritt ist die Brücke: Unternehmenswert minus Nettoverschuldung ergibt den Eigenkapitalwert, also den Betrag, um den es für den Eigentümer tatsächlich geht. Liegen die liquiden Mittel über den Finanzverbindlichkeiten, erhöht das den Wert entsprechend. Ausgewiesen wird die Spanne mit unterem Wert, Mittelwert und oberem Wert.
PreviewDiese Anwendung läuft als Vorabversion: Die Multiple-Ranges werden kontinuierlich mit aktuellen Daten kalibriert und verfeinert. Ergebnisse sind vorläufig und indikativ.